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75 Millionen für die Agglomeration

Der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein hat beim Bund eine neue Programmgeneration eingereicht.

Von pd/wo
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Ende 2009 formierten sich die Liechtensteiner und Werdenberger Gemeinden sowie Sargans zusammen mit dem Kanton St. Gallen und dem Land Liechtenstein als Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein. Die erarbeiteten Programme verfolgen einen langfristigen Horizont und haben zum Ziel, die Siedlungsentwicklung und die Verkehrsplanung grenzüberschreitend abzustimmen. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, hat der Verein Ende März das Programm zur fünften Generation beim Bund eingereicht. Dies stelle das Folgeprogramm zur dritten Generation dar, da die Eingabe zur vierten Generation aufgrund der Ablehnung der S-Bahn Liechtenstein zurückgezogen werden musste.

Priorisierte Projekte starten spätestens 2032

Das eingereichte Programm umfasst A- und B-priorisierte Infrastrukturmassnahmen im Gesamtumfang von rund 75 Millionen Franken. Hiervon fielen 30 Millionen in den A-Horizont mit Baubeginn bis Ende 2032. Die Massnahmenliste enthält unter anderem folgende Punkte: Fuss- und Veloverkehrsbrücke Sennwald-Ruggell, Betriebs- und Gestaltungskonzept Buchs Stadtgrenze zu Grabs, Verbesserung Verkehrssicherheit im Dorfzentrum Grabs, Buspriorisierung Vaduz / Heiligkreuz, neue Bushaltestellen Ochsensand (Buchs), Industrie Schaanwald (Mauren), Industrie Haag und Sennwald, Bahnhof Fährhütte (Wartau) und Bushof Vaduz.

Vor einer möglichen Realisierung dieser Massnahmen ab 2028 folge die Prüfung des eingereichten Programms durch den Bund. Dieser Prozess dauere voraussichtlich bis 2027. Aus dem Programm der zweiten Generation wurden bislang 35 Massnahmen abgeschlossen, 16 werden bearbeitet. Weitere 32 wurden in der dritten Generation umgesetzt, 13 sind in Umsetzung. Noch offen aus beiden Generationen seien rund 50 Massnahmen, schreibt der Verein.

In neun Jahren mehr als 6,5 Millionen investiert

Seit 2016 flossen somit seitens Bund mehr als 6,5 Millionen Franken an Infrastrukturprojekte in den Gemeinden. Als Leuchtturmprojekte gelten der Bushof Buchs sowie die Brücke für den Fuss- und Veloverkehr zwischen Räfis und Vaduz.

Obwohl das Programm der fünften Generation erst vor Kurzem beim Bund eingereicht wurde, hätten die Arbeiten für die sechste Generation bereits Anfang Jahr begonnen. Hierbei werde erstmals verstärkt mit der Nachbar-Agglomeration zusammengearbeitet. Das Zukunftsbild als Grundlage für das Folgeprogramm wird seitens Agglomerationen Werdenberg-­Liechtenstein, Rheintal und Vorarlberg gemeinsam erstellt.

Das gesamte Rheintal stehe ähnlichen Herausforderungen gegenüber – insbesondere in den Bereichen Mobilität, Verkehr und künftige Siedlungsentwicklung. Ein gemeinsames Zielbild stelle eine agglomerationsübergreifende und koordinierende Grundlage dar, die zeigt, in welchem Orientierungs- und Handlungsrahmen das Rheintal gesamtheitlich und über Grenzen hinweg denkt.

Die Mitglieder folgten an der Agglo-Vereinsversammlung zudem einem Antrag des Vereinsvorstandes, weitere Abklärungen in Bezug auf die Problematik «Rheinübergänge» (Haag-Bendern, Buchs-Schaan, Sevelen-Vaduz, Sennwald-Ruggell, Trübbach-Balzers) zu tätigen. Koordination und Abstimmung von Schnittstellen, Eigentümern, Programmen, Zeitachsen, Massnahmen und Projekten gestalten sich laut Verein erfahrungsgemäss schwierig.

Im bewilligten Prozess «Langfriststrategie Verbindungen Werdenberg-Liechtenstein» soll unter Einbezug vorhandener Planungen und Berichte ein «Brücken-Masterplan über die Region» erstellt werden, der Auskunft bezüglich Zeithorizonten des Bundes gibt. Ziel sei es, parallel zur Ausarbeitung auch ÖV-Sofortmassnahmen festzulegen und umzusetzen.

Gabriel Göser übernimmt von René Lenherr

Rolf Pfeiffer, Stadtpräsident von Buchs sowie Präsident der Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein, führte durch die Traktanden der Mitgliederversammlung am 1. April. Neben den statutarischen Geschäften und einem ausgeglichenen Abschluss 2024 standen die aktuellen Informationen zu den umgesetzten sowie initiierten Arbeiten im Zentrum. Ebenso habe er mit Gabriel Göser den neuen Leiter der Agglo-Geschäftsstelle begrüsst.

Göser übernimmt die Aufgaben von René Lenherr-Fend. Der Geschäftsstellenleiter der Region Sarganserland-Werdenberg begleitete die Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein seit 2009. Der Zeitpunkt für die Übergabe der Funktion sei ideal, beginnt aktuell mit der sechsten Generation ein neuer Programmzyklus. 

Verein wünschte sich Neustart

Die Ausgangslage zu einem Agglomerationsprogramm bildet die Situations- und Trendanalyse. Diese wird mit dem erarbeiteten Zukunftsbild verglichen und der entsprechende Handlungsbedarf in Teilstrategien und priorisierten Massnahmen aus den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr abgeleitet. Für die fünfte Programmgeneration wünschte sich die Trägerschaft einen Neustart, schreibt der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein in einer Mitteilung. Hierzu musste er ein adaptiertes Zukunftsbild und – nach dem Wegfall der S-Bahn Liechtenstein – eine neue Teilstrategie «öffentlicher Verkehr» ausarbeiten.

Bei den vorgeschlagenen Verkehrsmassnahmen liege der Fokus auf dem Fuss- und Veloverkehr (Radroutennetz und Rheinquerungen), der Aufwertung von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und der Schaffung von Verkehrsdrehscheiben sowie der Verbesserung der Sicherheit des Strassenraumes im Siedlungsgebiet. Neben den infrastrukturellen Massnahmen würden Massnahmen im Bereich Nachfragemanagement – beispielsweise Mobilitätsmanagement oder Parkierung – weiter vorangetrieben. Für die stark belasteten Grenzübergänge werde indes eine Langfriststrategie entwickelt. (pd)