«SP-Mitte-Deal zum AHV-Ausbau», Ausgabe vom 29. März
Wenn man die vorgeschlagene Finanzierung der 13. AHV berechnet auf den Medianlohn von 85’000 Franken pro Jahr bei 40 Erwerbsjahren, plus die zweimal 0,5 Prozent Mehrwertsteuer, 65 Jahre bei 30’000 Franken Jahresumsatz pro Person, so resultiert eine Gesamtsumme von 61’900 Franken unter Berücksichtigung der Zinseffekte. Diese Summe reicht aus, um 30 Jahre lang die 13. AHV-Rente zu zahlen. Allerdings beinhaltet die Annahme, dass jede Versicherte Person 40 Jahre 100 Prozent arbeitet.
Das alles würde nur für die Personen gelten, die 2025 das Licht der Welt erblicken, nicht aber für diejenigen, die ab 2026 die 13. AHV-Rente erhalten. Damit sei nur ein weiteres Mal darauf hingewiesen, dass alle Forderungen, vorab der linken Politik, auf lange Sicht ein Eigengoal sind. Aber bis sie das einsehen, sind sie selber AHV-Empfänger und wiederum am Anschlag. Man wird dann über eine 14. AHV-Rente nachdenken usw.
Eine Theorielektion eines hohen Offiziers in der Rekrutenschule 1967 über Konfliktforschung zählte unter vielen Ursachen auch diesen Punkt auf: Das Ungleichgewicht zwischen Ansprüchen und der Bereitschaft, diese selbst abzuleisten. Auch eingedenk der heute schwierigen allgemeinen Lage bilden sich noch keine Ansprüche zurück, im Gegenteil, liest man doch auf grossen Werbeplakaten: «bezahlte Umkleidezeit». So etwas war in meiner gesamten Dienstzeit für alle noch pfui.
Heinrich Tinner,
Brand 1, 9468 Sax