Schönwetter ist angesagt, und damit der Weg zum ehemaligen Generatorenhaus am Fusse des Buchserbergs. Dort wird der Spaziergang enden. Denn bei Andrea Maria Bauer und ihrem Werk gibt es keine Oberflächen, alles ist wichtig. Fern von jeder Romantik führt sie uns die Fülle von Trauer und Leid vor Augen und Sinne. Es geht um das Wesentliche, um das, was den Menschen und den Dingen der Schöpfung innewohnt.
Wer das nachwirken lässt, denkt an die hässlichen Kriege und die Naturzerstörung dieser Welt. Trotz herausfordernder Themen, die im Arbeitsprozess oftmals von einer spürbaren Schwere begleitet werden, bleibt für die Künstlerin immer die Möglichkeit der Veränderung im Fokus.
Gestalten im intensiven Prozess
Am Anfang eines Werks steht die Auseinandersetzung mit einem Thema, «und irgendwann realisiere ich, es wächst und wird universell. Dann kommt es wieder zurück zu mir, und ich setze meine Arbeit fort. Das Material arbeitet mit. Du kannst dein Werk nicht bis ins letzte Detail kontrollieren». Ihre Skulpturen schafft Andrea Maria Bauer aus Tonresten, Asche, Heu, Cellulose oder Beton. Sie arbeitet meist Holz-, Stahl oder Gusseisenelemente ein, die auf Baustellen übrig bleiben. Diese «Abseitlinge» holt sie zurück in den Kreislauf der Dinge und der tabulosen Gedanken und Gefühle. Richtig vollständig werden ihre Skulpturen dann mit der Reaktion der Betrachtenden. «Manche Menschen können nicht hinschauen», meint sie ganz urteilsfrei.
Von 10 bis 18 Uhr ist die Ausstellung im Museümli geöffnet.
Bild: PD