Wir sind uns wohl einig, dass das Auto ein äusserst praktisches Gerät ist. Auf der anderen Seite ist es für mehr als einen Drittel der Klimagase verantwortlich, verursacht unzählige Unfälle, verstopft unsere Städte und Dörfer und braucht obendrein riesige Flächen zum Parkieren am Arbeitsort.
Fair wäre es also, wenn jene Leute, die für den Weg zur Arbeit den öffentlichen Verkehr benutzen, steuerlich mindestens gleichgestellt sind wie die Autopendler. Dies ist seit rund fünf Jahren auch der Fall. Alle dürfen den gleichen Betrag von den Steuern abziehen, nämlich knapp 4600 Franken, das sind 600 Franken mehr als die Kosten des SBB-Generalabonnements. Nun soll dieser Betrag auf 8000 Franken erhöht werden. Davon profitiert nur eine kleine Minderheit von Autopendlern mit sehr langen Fahrten.
Ist dies fair? Lösen wir so unsere Probleme mit dem Klima, verstopften Strassen und überfüllten Parkplätzen? Ich kenne Personen von Sevelen, Buchs, Grabs und auch vom Grabserberg, die per öV nach Chur oder St. Gallen pendeln, weil sie etwas fürs Klima und gegen verstopfte Strassen beitragen wollen. Sollen diese neu steuerlich bestraft werden für ihr umweltfreundliches Verhalten?
Im Flyer des Komitees «Fahrkostenabzug» ist zu lesen, dass auch die Kantonsregierung diese höheren Abzüge will. Aber dies ist nicht wahr. Ist dies eine faire Berichterstattung? Die Regierung hat sich in der Debatte des Kantonsrates dagegen ausgesprochen, denn mit dem neuen Abzug werden in den Kassen der Gemeinden und des Kantons rund 15 Millionen fehlen. Vom neuen Abzug profitiert eine kleine Minderheit, doch das Steuerloch müssen wir alle dann irgendwie stopfen. Ist dies fair?
Am 31. Oktober war auf der Titelseite vom St. Galler Tagblatt und vom Werdenberger & Obertoggenburger zu lesen: «Kanton St. Gallen verpasst sein Ziel beim CO2-Ausstoss». Der Hauptverursacher ist der Verkehr.Und jetzt soll das Pendeln mit dem Auto gegenüber dem öV noch attraktiver gemacht werden? Nein!
Philipp Schär,
Neuengaden 470, 9472 Grabs