Im sonst an einem Samstag ruhigen Industriegebiet waren am letzten Samstag die Hunde los. Das Team-Training-Duo Marianne und Stefan Mattle organisierte in ihrer Agility-Trainingshalle einen Tag der offenen Tür mit einem internem Turnier.
Während die Routiniers des Vereins beim Heimwettkampf genau wusste, was auf sie zukommt, war die Anspannung bei den Neulingen etwas grösser. Denn das Turnier bot auch Anfängern eine Einstiegsmöglichkeit in das Turnierwesen ihres Sports – ohne Druck, wie betont wird.
Auf Kommando geht es los. Schnellstmöglich und fehlerfrei gilt es, Hindernisse zu überspringen oder Röhren und Ringe zu durchqueren. Das ganze Spektakel geht dabei rund 50 Sekunden.
Im Vergleich zu den Hunden, die zum Schluss des Parcours vor Kraft strotzend selbstständig über weitere Hindernisse springen, sehen einzelne Besitzer ausgelaugt aus. Freude ist jedoch bei Hund und Mensch zu verspüren.
Beste Beispiele für die Aufstiegsmöglichkeiten im Agility hat es im Sennwalder Verein zur Genüge. Sie kämpften am Heimwettkampf in den verschiedenen Klassen um den Sieg mit.
Den schnellsten Durchgang erlief Lia Good mit Lilo in einer Zeit von 40,53 Sekunden. Das Team Good und Lilo wird in diesem Jahr noch an der Europameisterschaft in Belgien, der Jungweltmeisterschaft in Finnland und an der Weltmeisterschaft in Wien teilnehmen.
Hunde können es jeweils kaum erwarten
So machten die Neulinge erstmals bei den Gepflogenheiten eines Turniers mit: Die Hunde werden an der Leine an den Start des Hindernisparcours geführt und müssen vor dem ersten Hindernis Platz nehmen und warten, während Frauchen oder Herrchen zwei, drei Meter vorausläuft. Bereits da ist zu merken, dass manche Hunde das «Go» kaum abwarten können. Einzelne Hunde bellen wie verrückt oder bewegen sich heimlich zentimeterweise nach vorne, sobald der Blick des Besitzers kurz vom Hund abwandert.
100 Prozent Einsatz bei Hund und Mensch.
Bild: Lukas Hohmeister
Lia Good und Lilo einmal mehr die Schnellsten
Um bei Agilityturnieren teilzunehmen, muss man im Besitz einer Lizenz sein. Dazu müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein. So muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein, was die Hunde vor Überanstrengung schützten soll und zusätzlich sei die Mitgliedschaft in einem zertifizierten Verein obligatorisch, weiss Marianne Mattle: «Das Alter der Hundebesitzer spielt keine Rolle» fügt sie hinzu. Wer hoch hinaus und an den grossen Turnieren teilnehmen will, fängt in der Anfängerklasse 1 an und sammelt Turnierpunkte, um bis zur Klasse 3 aufzusteigen.
Sennwalder Traum-Duo: Lia Good mit Lilo.
Bild: Lukas Hohmeister