Die FDP-Fraktion hat im Kantonsrat am Mittwoch eine Interpellation mit dem Titel «St. Galler Spitäler: Leistungskonzentration bekämpft auch Fachkräftemangel» eingereicht.
Nebst einigen generellen Fragen zuhanden der Kantonsregierung wird darin die SP-Fraktion kritisiert, welche einen Tag zuvor im Kantonsrat eine Interpellation mit dem Titel «Fachkräftemangel am KSSG trotz Spitalschliessungen – droht in Grabs dasselbe Problem?» eingereicht hat (siehe W&O von Mittwoch).
Diesen politischen Vorstoss bezeichnen die Freisinnigen als «einmal mehr eine Attacke auf die dringend notwendige Leistungskonzentration im St. Galler Spitalwesen.»
Weiter bittet man die Regierung um die Beantwortung der Fragen, welche Auswirkungen eine Verzögerung des Bauvorhabens am Spital Grabs auf die Umsetzung der Strategie der Leistungskonzentration hätte, und ob sich die Attraktivität des Standorts Grabs als Arbeitgeber durch die geplanten Investitionen und Ausbauschritte verbessere.
Und eine grundsätzliche Frage, im Kern die Meinungsverschiedenheit der FDP- und SP-Fraktion erörternd, lautet:
«Besteht ein Zusammenhang zwischen der geplanten Leistungskonzentration der St. Galler Spitalverbunde und dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen?»

Kommt auf das Spital ein Fachkräftemangel zu? Die SP sagt ja - die FDP hält dagegen.
Bild: Armando Bianco
Fachkräftemangel nicht wegen Konzentration
Einmal mehr wolle die SP mit fadenscheinigen Argumenten die völlig rückwärtsgerichteten Spitalstrukturen zementieren, hält die Fraktion fest. Einen Zusammenhang zwischen der Weiterentwicklung der Spitalverbunde und dem in allen Branchen und insbesondere im Gesundheitswesen vorhandenen akuten Personalmangel gebe es nicht. Aus Sicht der FDP dürfte sich die Sache sogar eher umgekehrt verhalten. «Der Fachkräftemangel wäre ohne Konzentration der Spitalstandorte noch ausgeprägter», heisst es in der Interpellation. Kleinere Regionalspitäler würden den Kampf um die besten Fachkräfte bereits heute besonders ausgeprägt in den Kerndisziplinen Medizin und Pflege spüren. Von der Kantonsregierung möchte man im politischen Vorstoss wissen, ob es richtig sei, dass ein Festhalten an der beschlossenen Spitalstrategie auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leistet.
Durch Veränderungen an den Standorten Altstätten und Walenstadt war in Grabs eine neue Bau- und Arealplanung notwendig.
Bild: Archiv