Die Gesellschaft für Werdenberger Geschichte und Landeskunde (WGL) lud Ende März zur Mitgliederversammlung. Im Tätigkeitsbericht 2024 schaute Eduard Neuhaus auf die Arbeiten und Schwerpunkte des ersten Jahres nach der Neuformierung des Vorstands zurück. Er zeigte sich überzeugt, dass eine geschichtlich informierte, interessierte und aktiv mitdenkende Bevölkerung die Gegenwart besser verstehen kann.
Derzeit werde ein WGL-Redaktionsteam aufgebaut, das in Absprache mit dem Vorstand die Herausgabe von Publikationen initiiert und betreut, schreibt die Gesellschaft in einer Mitteilung. Forschung und Resultate sollen an Mitglieder und an die Öffentlichkeit verbreitet werden.
Der neu formierte Vorstand baut WGL auf
Im Berichtsjahr endete der Effort der Arbeitsgruppe «Transformation WGL». Neuhaus dankte an dieser Stelle Jürg Gabathuler für seinen beharrlichen Einsatz bei der Neuaufstellung der Gesellschaft. Weiter erwähnte der Präsident in seinem Jahresüberblick die gestartete Vorstandsarbeit sowie die eingeführte Ressortaufteilung. Der Bereich «Digitales» werde etabliert und der Verein WGL sichtbarer.
Die Frage eines Vereinsmitglieds bezüglich Einbindung von zeitgemässen Onlineplattformen wurde bejaht. Social-Media-Kanäle sind laut Vorstandsmitglied Hanspeter Dürr, ergänzend zur Website, in Planung.
Im Oktober 2024 unterstützte die WGL eine öffentliche Lesung in Grabs mit Walter Morgenthaler zu seinem Buch «Das Dorf – ein Bericht». Den November-Spaziergang zur Grabser Namenswelt begleitete Professor Hans Stricker. Im Februar 2025 fand zudem eine WGL-Spezialführung durch die Festung Magletsch statt.
Sämtliche Geschäfte und Anträge – insbesondere die von Vorstandsmitglied Xaver Schneggenburger präsentierten Finanzauskünfte – wurden einstimmig gutgeheissen. Edi Neuhaus dankte nach seinem ersten Präsidialjahr den politischen Gemeinden der Region Werdenberg für die geschätzte Unterstützung und die hiermit erteilte Würdigung der WGL-Arbeiten.
Am 25. Mai findet eine öffentliche Begehung zur Thematik «Rhein, Werdenberger Binnenkanal – Bewässerungssysteme und Hochwasserschutz damals und heute» mit Christian Göldi statt. Im Sommer ist zudem eine Führung mit Workshop im Schloss Werdenberg für Familien geplant. Ein Höhepunkt im Vereinsjahr folgt vom 5. bis 7. September, wobei die WGL aktiv das Jubiläum «800 Jahre Burg Wartau» unterstützt und bei Fest sowie Publikationen für Kinder, Schulen und Erwachsene mitwirkt. WGL-Mitglied Hansjakob Gabathuler werde anlässlich der Feierlichkeiten den ersten seiner zwei Bände zur Burg Wartau veröffentlichen. Angesprochen auf den aktuellen Stand seiner Arbeiten erwähnte der Autor kurz und knapp, dass ihm gelegen käme, wenn die Burg erst zwei oder drei Jahre später erbaut worden wäre.
«Friedhof der vergessenen Geschichten» läuft
Maja Suenderhauf präsentierte die bereits laufenden Projekte, so den «Friedhof der vergessenen Geschichten». Mitglieder oder Schreibende sind aufgerufen, ihre Gedanken und Geschichten zur Verfügung zu stellen. Seitens WGL würden sie auf der Website veröffentlicht, ebenso wird redaktionelle Unterstützung zugesichert. Das Fachwissen der WGL-Mitglieder werde zudem bei der Aufarbeitung und Sicherung von Nachlässen angeboten.
Gemeinden oder Privatpersonen, die in ihrem Umfeld auf Güter oder alte Dokumente stossen, können sich seitens WGL eine Fachmeinung zur Relevanz der Funde einholen. Hiermit geht auch das WGL-Ziel einher, sich als Anlauf- und Koordinationsstelle bei der Sicherung sowie der Vermittlung und Zugänglichmachung von gefährdetem beweglichem Kulturgut zu etablieren.
Im zweiten Teil der Versammlung knüpfte der gebürtige Seveler Werner Hagmann bei verborgenen Schätzen an und bot einen Blick in seine «Kulturgüter-Werkstatt». Der Historiker referierte mit Herzblut über Beispiele und Funde aus Sevelen sowie der Region.